Die Modernisierung und Zukunftsentwicklung des Westfälischen Turnerbundes (WTB) hat mit der Zukunftskonferenz einen weiteren Meilenstein erfahren. Bereits mit der Umsetzung des DTB-Markenkonzeptes und der Schaffung der WTB-Bildungsregionen in 2009 hatte der Verband wichtige, zukunftsweisende Entscheidungen getroffen.

Ist-Situation trübte anfangs die Stmmung

Der jetzt eingeleitete Prozess unter Beteiligung von 70 ehrenamtlichen und hauptberuflichen Vertretern aus Vereinen, Gauen und dem WTB ist nicht mehr aufzuhalten. Am 2. und 3. Juli waren sie in die Landesturnschule nach Oberwerries gekommen und folgten damit der Einladung zur aktiven Mitgestaltung an dem Modernisierungsprozess des WTB. "Zukunft gemeinsam gestalten", so lautete das Motto der eineinhalbtägigen Konferenz. Zunächst hatten die zehn gemischt besetzten Kleingruppen die Aufgabe, ein gemeinsames und umfassendes Verständnis von der Ist-Situation des Verbandes zu entwickeln. Dies trübte zunächst die Stimmung. "Das ist ein ganz normaler Prozess. Wenn man den Realitäten ins Auge sieht und dabei nicht alles Gold ist, was glänzt, ist es ganz natürlich, wenn Emotionen wie Angst, Unsicherheit, Ärger, Enttäuschung sich ihren Weg bahnen", beschreibt Holger Vetter (Berater des WTB) den emotionalen Tiefpunkt der Konferenz.

Doch als im Anschluss daran Kleingruppen ihre Sketche präsentierten, legte sich die Anspannung. In eindrucksvoller Weise wurden dabei Verhaltens- und Spielregeln überzeichnet dargestellt, die im WTB erfolgreiche Zukunftsentwicklungen behindern. Verhaltens- und Spielregeln, die im Gegensatz dazu Entwicklungen fördern, wurden zum Abschluss der ersten knapp vierstündigen Konferenzphase erarbeitet. Der Samstagvormittag begann mit dem (Wieder)-Entdecken von Gemeinsamkeiten sowie dem Bewusst machen der verbindenden Leidenschaft. Daraufhin entwickelten die zum Start des zweiten Tages neu gemischte Arbeitsgruppen ihre Zukunftsvorstellungen von einem Westfälischen Turnerbund im Jahre 2016. Erst kurz vor Abschluss der Konferenz erarbeiteten die Teilnehmenden konkrete Resultate. Wer mehr erwartet hatte, sah sich getäuscht.

Verloren gegangenes Vertrauen wieder aufbauen

"Unser Ziel war es nicht, den WTB innerhalb eines Wochenendes komplett umzukrempeln", sind sich die Initiatoren des Prozesses Michael Buschmeyer und Carsten Rabe einig. "Stattdessen wollten wir die wesentlichen Voraussetzungen für eine erfolgreiche Weiterentwicklung unseres Verbandes schaffen. Wir haben aus der Vergangenheit unsere Lehren gezogen und einen neuen Prozess in Gang gesetzt, bei dem von Anfang an die Entscheidungsträger aller Struktur- und Hierarchieebenen unseres Verbandes die Chance haben, sich konstruktiv einzubringen." Beide erläutern, dass es in einem ersten Schritt zunächst darauf ankam, verloren gegangenes Vertrauen wieder aufzubauen und eine Atmosphäre des offenen Dialogs zu entwickeln." Ob wir am Ende damit Erfolg haben werden, bleibt abzuwarten. Doch sind wir angesichts der guten Stimmung zum Schluss der Konferenz voller Hoffnung.", resümieren beide.

Greifbares Resultat

Als greifbares Resultat der Konferenz wurden sieben Arbeitsgruppen gebildet, die an folgenden Handlungsfeldern arbeiten:

  • Erwartungshaltungen unserer Vereine ermitteln und Dienstleistungen daraus entwickeln
  • Strukturreferom Verein - Gau - Landesverband
  • Organisation / Satzungsanpassung
  • Stärkung der Kernsportarten
  • Tunrschule als Begegnungsstätte - Ideenschmiede ausbauen und erhalten
  • Finanzen
  • Image-Kampagne: Intensivierung der Öffentlichkeitsarbeit

Ab September werden in diesen gemischt besetzten Gruppen mehr als 40 Vertreter aus Vereinen, Gauen und Landesturnverband zusammenarbeiten. Interessierte, die an der Konferenz nicht teilnehmen konnten, erhalten die Möglichkeit, sich diesem Prozess anzuschließen und in den Gruppen aktiv mitzuwirken. WTB-Geschäftsführer Carsten Rabe nimmt entsprechende Anfragen gern entgegen. Die Ergebnisse der Arbeitsgruppen werden in einer halbtägigen Ergebniskonferenz im Frühjahr 2011 vorgestellt und gewürdigt. Dort präsentierte Strategien und Entwicklungsszenarien zur Zukunft des WTB sollen den Entscheidungsgremien des WTB eine solide Grundlage bieten, um fundiert über die Zukunftsfähigkeit des Verbandes zu entscheiden. So soll letztlich der Auftrag des Landesturntages im Jahre 2009 erfüllt werden, an dem Bericht zur Zukunftsfähigkeit weiterzuarbeiten und dem Landesturntag im Mai 2011 einen Abschlußbericht vorzustellen. Von der Konferenz ist eine ausführliche Dokumentation erstellt worden. Auch gibt es davon eine Kurzversion. Beide Dokumentationen sowie eine Videobericht stellt der WTB auf Anfrage gern zur Verfügung.